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Illegale Downloads können etwas Gutes sein

Vielleicht bin ich einfach nur idealistisch oder blöd. Aber ich gebe eine Unmenge Geld für Musik aus. Demos, LPs, CDs und hin und wieder wird auf Bandcamp ein Download gekauft – wenn das physische Medium nicht (mehr) verfügbar ist. Gelegentlich lade ich mir auch schon mal ein Album illegal runter. Ganz selten, wenn ich es wirklich nicht mehr bis zum Release aushalte. Meist wird das Album dann eh gekauft, ganz einfach, weil ich gerne was festes in der Hand habe, auf den analogen Klang von Schallplatten stehe und die Band unterstützen will. Nicht unbedingt immer das Label, denn manche Musikverläge haben echt einen Ratsch am Kappes, wenn ich mir Preis und Release-Politik von manchen großen Indies anschaue. Die kleinen Untergrund-Label haben auf jeden Fall immer Support verdient. Aber ich schweife ab. Denn eigentlich wollte ich mitteilen: Jeff Walker von Carcass ist meiner Meinung. Als er zum Thema illegale Downloads gefragt wurde, war seine Antwort:

„It can be a positive thing, if people download an album, hear it, enjoy it and buy it. The danger is that there is a hard core of people who download and never buy anything, and that’s damaging to the music scene. They’re not supporting anybody, they’re not supporting the artists as fans. But for the most part, I think it’s positive. Because I understand fully why people do it. There’s so much music out there; people don’t have the money or the resources to buy everything. And also people have probably spent or wasted money in the past on albums that have disappointed them. So it gives people a chance to test something before they buy it. I personally don’t think it’s any different to hearing music on the radio. But, like I say, it’s that hard core of people, who… their attitude is very nihilistic and it’s out of step with the idea of what being a fan is about. You shouldn’t be trying to damage the artist who’s trying to being people pleasure. We’re not at war with the audience.“

Alternativ könnten viele Labels auch Downloads vorbeugen. Beispielsweise mit legalen Streams. Dann hätte es im Vorfeld auch nicht so einen Wirbel um den Leak von „Surgical Steel“ oder gar einzelnen Songs gegeben. „Hey, demnächst könnt ihr unser neues Album kaufen. Wenn ihr reinhören wollt, hier ist der Stream, viel Spaß!“ – und schon bräuchte man zur Evaluation keinen Download mehr. Kleine Labels wie Blood Harvest Records, Iron Bonehead, Razorback Records, Hammerheart Records, Willowtip und so weiter, haben dies schon längst verstanden. Und selbst Relapse, eines der größten Indies, fährt spätestens zum Release jedes Album auf Bandcamp – zum Anhören und auch direkt zum legalen Download.

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Von Mäusen und Männern: Musik-Kassetten im digitalen Zeitalter

Oder: Oder warum Tapes bei einem Underground-Label für Low-Fi-Krach cool sind, bei den großen Relapse oder Nuclear Blast zur reinen Farce verkommen. Schön auseinandergenommen von  That’s how kids die.

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Zahlen aus der deutschen Musikbranche

Dem deutschen Musikmarkt geht es wieder besser! Scheinbar akzeptieren immer mehr Leute hierzulande digitale Kopien und Streamingdienste (was beispielsweise in den USA schon selbstverständlich ist). Aber auch das „CD-Sterben“ scheint sich verlangsamt zu haben. Insgesamt machen physische Kopien noch ~75% des Marktes aus. Darum will die Branche von Schallplatte zur Cloud alles abdecken und will die Cashcow CD auch nicht so bald abstoßen. „Ein sanfter Übergang von CDs zu Downloads“ ist gewünscht.

Dass die Audiokassette hingegen wirklicht tot sei, kann ich hingegen nicht so ganz bestätigen. Zumindest in Nieschensparten des Underground erlebt dieses Medium gerade seinen zweiten Frühling… (Wenngleich mir auch bewusst ist, dass dies ein sehr geringer prozentualer Anteil am Gesamtmarkt ist!)

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Link-Sammlung: Vinyl

  • Warum Vinyl nicht die Musikindustrie retten wird @ Trust Me I’m A Scientist
  • occasionally people come in, smile, buy shit, and leave. But who wants to hear positive shit?“ – Annekdoten eines Plattenverkäufers im Decibel Magazine. Gegen die verklärte Nostalgie.
    • Neill Jameson, Autor der Annekdoten, hat übrigens auch selber einen kleinen Blog auf Tumblr.
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